Segelflug-FAQ

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Wie fliegt ein Flugzeug?

Ein Segelflugzeug ist ein Luffahrzeug, das schwerer als Luft ist und seinen Auftrieb im Flug durch dynamische Luftkräfte an feststehenden Flächen erhält und dessen freier Flug nicht von einem Motorantrieb abhängt.

Durch verschiedene Bauweisen von Segelflugzeugen, gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Herstellern wie Alexander Schleicher Segelflugzeugbau oder auch DG Flugzeugbau. Trotz unterschiedlicher Bauweisen, erzeugt jedes Segelflugzeug dynamische Auftriebe. Anders als bei Ballonen oder Luftschiffen, die durch statische Auftriebe sich durch die Luft bewegen, wird der dynamische Auftrieb erst durch das anströmen auf die Tragfläche erzeugt.
Ein Segelflugzeug braucht also keinen Wind zum Fliegen, es kann auch bei Windstille gleiten. Durch die konstruktiv bedingte Vorwärtsgeschwindigkeit erzeugen die Tragflächen Auftrieb, der das  Flugzeug auf einer leicht nach unten geneigten Flugbahn dahingleiten lässt.

Wenn man eine Papierkugel zerknüllt und loslässt, dann fällt sie zu boden. Wenn man nun aber aus dem Papier einen Papierflieger baut, dann schwebt das Flugzeug ein Stück durch die Luft, da es Tragflächen bestitzt. Wie bei dem Papierflugzeug ist es auch bei Vögeln. Oft zu sehen ist, dass Vögel ohne mit den Flügeln zu schlagen voran kommen und gleiten. Das gleiche Prinzip gilt auch für die Segelflugzeuge.
Der Flügel eines Flugzeugs hat einen bestimmten Querschnitt, das so genannte Profil, der eine speziell geformte Wölbung aufweist.

Fliegt ein Flugzeug nun durch die Luft, entsteht eine Luftströmung am Flügel. Durch das Profil müssen Luftteilchen an der Ober- und Unterseite vorbeiströmen, wodurch sich verschiedene Druckfelder aufbauen. Auf der Unterseite des Profils herrscht ein höherer Druck, als auf der Oberseite des Profils, wodurch sich der Auftrieb resultiert. Die Stärke des Auftribs hängt dann von der Geschwindigkeit des Flugzeugs und vom Einstell- und Anstellwinkel des Profils zum Luftstrom ab.

Wie steuert man ein Segelflugzeug?

Ein Segelflugzeug wird mit dem Höhen-, dem Quer- und dem Seitenruder gesteuert. Das Höhen- und Querruder wird mit der Hand bedient. Hierzu dient ein so genannter Steuerknüppel. Das Seitenruder wird mit Fuß betätigt. Hierzu dienen 2 Pedale, die in der Nase des Segelflugzeugs positioniert sind.
Die Bewegungen der einzelnen Ruder bewirken eine Auftriebsveränderung an den Flügeln, am Seitenleitwerk oder am Höhenruder. Durch die Ruderbewegungen kann der Pilot das Flugzeug um 3 Achsen steuern.

Segelflug-FAQ
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Damit man besser und zielgenau landen kann, besitzt das Segelflugzeug Landehilfen. Eine solche Hilfe sind die Bremsklappen. Zu erkennen sind sie sehr gut auch von außen, da sie meist rot lackiert sind und sich auf der Ober-, manchmal auch noch auf der Unterseite des Flügels befinden.

Bei einigen Segelflugzeugen sind darüber hinaus manchmal noch Wölbklappen oder sogar ein Bremsfallschirm vorhanden. Diese Maßnahmen dienen dazu, die Gleiteigenschaften des Segelflugzeugs in besonders großem Ausmaß zu beeinflussen.

Wie lange kann ein Segelflugzeug fliegen?

Prinzipiell kann ein Segelflugzeug auch über mehrere Stunden an einem Stück fliegen. Hierbei kommt es auf das Wetter und den dementsprechenden Piloten an. Flüge von mehreren hundert Kilometern können mit dem Segelflugzeug zurückgelegt werden. Hierbei wird jedoch einige Zeit benötigt, da ein Segelflugzeug nur durch Thermik steigen kann. Wenn der Pilot die nötigen Aufwindfelder nicht findet, kann es auch mal zu einer Außenlandung kommen.

Thermik entsteht durch die Sonneneinstrahlung, die die Erdoberfläche erwärmt und langsam in die Erdatmosphäre aufsteigt. Durch ständiges Kreisen bleibt das Flugzeug innerhalb des Aufwindes und gewinnt so an Höhe.

Die Außenlandung

Leider kommt es immer wieder vor, dass in Zeitungsartikeln über eine „Notlandung“ berichtet wird, wenn Segelflugzeuge auf einem Feld oder einer Wiese gelandet sind. Dies ist nicht der Fall.

Eine echte Notlandung liegt nur dann vor, wenn sie durch eine Notlage erzwungen wurde. Gründe dafür können z.B. Feuer an Bord, während des Fluges festgestellte Mängel oder Beschädigungen am Flugzeug, Unwetter und Turbulenzen, ein Zusammenstoß oder auch akute gesundheitliche Probleme der Besatzung sein.

Befindet sich hingegen ein Segelflugzeug auf einem Acker, einem Feld oder einer Wiese, handelt es sich fast immer um eine sichere und zudem geplant eingeleitete Außenlandung. Diese erfolgt immer dann, wenn die thermischen Aufwinde, die ein Segelflugzeug auf Höhe halten, nicht mehr ausreichen, um einen Flugplatz zu erreichen.
Für eine Außenladung liegt deshalb eine generelle Außenlandegenehmigung vor. Die durch eine Außenladung eventuell entstandenen- jedoch meist geringen – Flurschäden sind selbstverständlich durch die obligatorische Haftpflichtversicherung des Flugzeuges abgedeckt.

Die umfangreiche Ausbildung zum Segelflugpiloten, die übrigens bereits mit 14 Jahren begonnen und mit 16 Jahren abgeschlossen werden kann, beinhaltet deshalb auch das sichere Landen auf einer Wiese, auf einem Feld oder einer anderen geeigneten Fläche und wird deshalb intensiv geübt. Eine Außenlandung ist daher bei Segelfliegern etwas ganz alltägliches.

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Wie hoch kann ein Segelflugzeug fliegen?

In Deutschland gibt es verschiedene Lufträume, in denen sich der komplette Luftverkehr abspielt. Wie hoch man im jeweiligen Luftraum fliegen darf ist für jeden einzelnen Luftraum geregelt. So hat man in der Nähe vom Flughafen Schwerin-Parchim oder am Flughafen Rostock-Laage extra Räume, damit die großen Linienmaschienen sicher starten und landen können. Über Schwerin gibt es diese Beschränkung nicht, sodass Segelflugzeuge auch bis circa 3000m Höhen fliegen dürfen. Mit entsprechenden Genehmigungen kann ein Segelflugzeug auch noch höher fliegen, dies hängt jedoch sehr stark vom Wetter ab. Ist die Wolkendecke bei zum Beispiel 2000m, wird man sehr schwer auf 3000m steigen können.

    • Michael Schell
      Michael SchellAusbildungsleiter

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