Innovation – Luftfahrt in Norddeutschland

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Fortschritt – Stetig und ständig wandelt sich die Luftfahrtbranche. Dabei denken wir zurück auf den ersten Gleiter von Otto Lilienthal, auf die Erfindung des Strahltriebwerks, auf den genialen Ingenieur Ludwig Bölkow. Was sie alle gemeinsam haben? Ihre Verbindung zu Mecklenburg-Vorpommern.

Otto Lilienthal flog seinen Gleiter das erste Mal in Anklam, das erste Flugzeug ausgerüstet mit einem Strahltriebwerk wurde in Rostock getestet und Ludwig Bölkow ist geborener Schweriner. Mecklenburg kann stolz auf eine erfolgreiche Luftfahrt-Geschichte zurückblicken. Nach einer langen Flaute im Luftfahrtbereich in MV, scheint es wieder aufwärts zu gehen. Im Schweriner Industriegebiet hat sich vor kurzem der Zweitsitz des Unternehmens ZIM Flugsitz in Schwerin niedergelassen. Ein Unternehmen, das es innerhalb wenigen Jahren auf den Weltmarkt geschafft hat und mittlerweile der viert größte Flugsitzhersteller ist.

Dies gab einen guten Anlass, das jährlich ausgetragene Norddeutsche Luftfahrtforum in Schwerin zu veranstalten. Bei diesem treffen sich Luftfahrtunternehmer aus den Bundesländern Bremen, Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern dieses Jahr unter dem Thema „Flugzeuginnenausstattung – Innovationen für die Kabine“. Als Besucher konnte man sich Vorträge von Firmenvertretern und Wissenschaftler zum Schwerpunktthema anhören. Diese Veranstaltung fand im IHK Gebäude, im Ludwig Bölkow Haus Schwerin statt. Im Vorfeld war es möglich ZIM Flugsitz und FlammAerotec zu Schwerin, zu besichtigen.

Begrüßung zum 4. Norddeutschen Luftfahrtforum
Quelle: Hanse-Aerospace e.V.

Aber warum spielt die Flugzeugkabine jetzt nun so eine große Rolle?

Die Kabine oder Innenausstattung macht nur ungefähr 5-15% der Gesamtkosten aus, doch für den Passagier ist die Kabine mit das wichtigste am Flug. Zu 60-90% wird ein Flug bewertet nach: Hat mir das Essen geschmeckt? War der Sitz bequem? War das Unterhaltungssystem gut?

Diese Statistik schreit förmlich nach Innovation. Obwohl die Airlines die Kabine immer weiter verdichten, soll der Komfort erhalten bleiben. Auch Segmentierungen sollen wieder stärker werden. Überlegt wird, dass Premium- Economy einen Mix aus Economy- und Business-Class bildet. Premium- Economy bietet dem Reisenden mehr Privilegien als Economy-Class, ist jedoch nicht so teuer wie Business-Class. Denn die preisliche Lücke zwischen den beiden jetzigen Klassen ist für den Normalverbraucher viel zu groß. Auch digitale Medien und neuartige Kabinengestaltungen werden immer wichtiger. An diesen Erkenntnissen arbeitet die Trendforschergruppe von Airbus.

Neben einem neuartigen Spiegel von Krüger Aviation, der sicher, leicht und qualitativ hochwertig ist und nebenbei noch die geniale Funktion hat, dass ein Bildschirm in ihm integriert ist (d.h. sollten Sie sich die Hände waschen, können Sie auf dem Spiegel z.B. die Flugdaten sehen), wurden von RST Rostock System-Technik GmbH viele verschiedene Simulatoren vorgestellt, welche die Crew für den Ernstfall vorbereiten.

Die Firma CTC GmbH präsentierte ihre Methode aus Abfällen, neue Komponenten für das Flugzeug herzustellen. Sie entwickeln komplexe Composite Materialen, welche bereits in der Automobil Industrie, Elektroindustrie und vielen weiteren verwendet werden. Zu guter Letzt redete E.I.S Electronics über die komplexen elektronischen Systeme in einem Flugzeug. Zwar ist dieser Bereich der luftfahrttechnischen Branchen weit unten doch „it’s nothing without“, ohne Elektronik geht dann doch nichts.

Team Aircurve stellt sein Projekt vor
Quelle: Hanse-Aerospace e.V.

Auch Team Aircurve war wieder dabei. Uns drei Mädchen wurde es ermöglicht unser Modell auszustellen und Interessierten das Projekt vorzustellen. Dabei konnten wir viele neue Kontakte zu Firmen knüpfen. Als Überraschung wird es uns ermöglicht das ZAL Hamburg zu besuchen. Vielen Dank dafür.

 

Schwerin ist zurück im Luftfahrtgeschäft – ZIM Flugsitz

Vor einigen Wochen hat die Eröffnung des Werkes der Firma ZIM Flugsitz in Schwerin Wellen geschlagen. Die nächste große Firma die sich im Schweriner Industrie Gebiet niedergelassen hat. Das Werk in Schwerin ist das Zweitwerk der Firma. Das Hauptwerk steht in Markdorf in Baden-Württemberg. Angelika und Peter Zimmermann gründeten 2009 nach langjähriger Erfahrung in großen Unternehmen ihr eigenes Unternehmen. Da hat noch keiner geglaubt, dass sich ZIM Flugsitz auf dem Markt etablieren wird. Man laß mehrere Artikel, dass ein neuer Sitze- Hersteller keine Chance haben wird. Nun ist die Firma das 4. größte Unternehmen, welches Flugzeugsitze herstellt. Und das Wachstum geht weiter. Die größten Abnehmer kommen aus dem asiatischen Bereich, fast 50%, wie Japan Airlines und Singapour Airlines. Aber auch Lufthansa und Condor sowie Swiss und weitere Star Alliance Fluglinien fliegen mit Sitzen von ZIM Flugsitz. Ihr Erfolgsrezept sind Economy-, Premium Economy- und Business-Class Sitze die dem zeitgemäßen Design, einem maximalen Passagierkomfort und einer Gewichts Einsparung entsprechen.

Vom Bundesministerium für Wirtschaft wurde es Nelly, Hanna und mir ermöglicht, uns den Flugsitze- Hersteller in unserer eigenen Heimat anzusehen. Wir haben eine Führung von Frau Zimmermann persönlich bekommen. Das neue Werk ist wirklich beeindruckend. Auch die Arbeitnehmer- Freundlichkeit hat uns überzeugt. Es war spannend, mal hinter die Kulissen zu schauen und zu sehen, wie ein Grundgerüst eines Flugzeugsitzes aussieht und wie dieser produziert wird und welchen Belastungen dieser Sitz standhalten muss (bis zu 16G). Vielen Dank, das war eine große Bereicherung!

 

Angelika Zimmermann bei ihrem Vortrag beim Norddeutschen Luftfahrtforum Quelle: Hanse-Aerospace e.V.

 

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